sich mit vollem Eifer in den Krieg. Anfangs will eben jeder
hoch hinaus, und zumal die zahlreiche Jugend, die es damals
im Peloponnes sowohl wie in Attika gab, welche den Krieg
noch nicht kannte, brannte vor Kriegslust. Ganz Griechenland
abei^schwebte in banger Erwartung, als die beiden ersten
Staaten gegeneinander in die Schranken traten. Man hörte
viel von Weissagungen, und überall ließen sich Propheten ver
nehmen, nicht nur in den zum Kriege rüstenden Staaten,
sondern auch anderswo. Dazu war die Insel Delos kürzlich
von einem Erdbeben betroffen, wo bis dahin, soweit man in
Griechenland zurückdenken konnte, noch nie ein Erdbeben ge
wesen war. Auch das, so hieß es und glaubte man, deute
auf die Dinge hin, die da kommen sollten. Und allem, was
sich der Art etwa sonst zugetragen, wurde eifrig nachgeforscht.
Die öffentliche Meinung aber war ganz überwiegend für die
Lakedämonier, schon weil sie die Freiheit Griechenlands auf
ihre Fahne schrieben. Alle Welt, einzelne wie Staaten,
konnte sich nicht genugtun, ihnen mit Wort und Tat be
hilflich zu sein, und jeder glaubte, er müsse auch mit dabei
sein, wenn aus der Sache was werden solle. So allgemein
war die Erbitterung gegen die Athener; die einen wollten
ihre Herrschaft abschütteln, die andern fürchteten, unter ihre
Fuchtel zu geraten.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.