gegen Platää, zogen die Athener, als das Korn zur Reife stand,
mit zweitausend ihrer Hopliten und zweihundert Reitern gegen
die Chalkidier in Vorderthrakien und die Bottiaier zu Felde.
Xenophon, Euripides' Sohn, selbdritter, befehligte sie. Sie
rückten vor Spartolos im Lande der Bottiaier und verwüsteten
die Kornfelder. Anscheinend war auch eine Partei in der
Stadt geneigt, sie ihnen zu übergeben; die Gegenpartei aber
wandte sich um Hilfe nach Olynth, worauf die Stadt von
dort mit Hopliten und anderen Truppen besetzt wurde. Bei
einem Ausfall der Besatzung aus Spartolos kam es unmittelbar
vor der Stadt mit den Athenern zur Schlacht, in der die
chalkidischen Hopliten und eine Anzahl ihrer Hilfstruppen von
den Athenern geschlagen und zum Rückzüge in die Stadt ge
nötigt wurden. Die chalkidischen Reiter und Leichtbewaffneten
in Verein mit einer Anzahl Peltasten aus dem sogenannten
Krusischen Lande aber lieferten ein glückliches Gefecht gegen
die Reiter und Leichtbewaffneten der Athener. Gleich nach
dem Gefecht trafen aus Olynth noch andere Peltasten bei
ihnen ein, und als die Leichten aus Spartolos das sahen,
griffen sie, durch den Zuzug und ihren vorher errungenen Sieg
ermutigt, mit der chalkidischen Reiterei und den eben einge
troffenen frischen Kräften die Athener von neuem an, die sich
nun auf ihre beim Troß zurückgelassenen beiden Abteilungen
zurückzogen. So oft die Athener einen Vorstoß machten,
wichen die Gegner aus; wenn sie aber wieder zurückgingen,
waren diese gleich hinter ihnen her und beschossen sie mit ihren
Speeren. Die chalkidischen Reiter, die sie dabei ständig um
schwärmten und bei jeder Gelegenheit in sie einsprengten,
wurden den Athenern besonders gefährlich, trieben sie dann
auch in die Flucht und verfolgten sie eine Strecke weit. Die
Athener flüchteten sich nach Potidäa, erwirkten nachher einen
Waffenstillstand zur Bestattung ihrer Toten und kehrten darauf
mit dem Reste ihres Heeres nach Athen zurück. Athener waren
vierhundertdreißig geblieben, darunter sämtliche Feldherren.
Die Chalkidier und Bottiaier aber errichteten ein Siegeszeichen
und bestatteten ihre Toten. Darauf gingen sie auseinander und
alle nach Hause.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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