Amprakier in Gemeinschaft mit zahlreichen Barbaren, die sie
dazu auf die Beine gebracht hatten, gegen Amphilochien, ins
besondere das amphilochische Argos, zu Felde. Mit der Ent
stehung ihrer Feindschaft gegen die Argeier hängt es so zu
sammen: das amphilochische Argos wie Amphilochien überhaupt
wurde von Amphilochos, dem Sohne des Amphiaraos, dem
nach der Rückkehr auS dem Trojanischen Kriege die Zustände
in Argos verleidet waren, am Amprakischen Meerbusen ge
gründet und von ihm nach seiner alten Heimat benannt. Argos
aber war die größte Stadt in Amphilochien und hatte die
reichsten Einwohner. Als es später nach Verlaufvieler Menschen-
alter infolge von Unglücksfällen mit ihnen zurückgegangen war,
luden sie die Amprakier aus der Nachbarschaft ein, zu ihnen
in die Stadt zu ziehen, und erst von dieser Mischung mit den
Amprakiern kommt es, daß dort jetzt Griechisch gesprochen
wird; denn die übrigen Amphilochier sind keine Griechen.
Nachmals vertrieben die Amprakier die Argeier und machten
sich allein zu Herren der Stadt. Infolgedessen suchten die
Amphilochier Schutz bei den Akarnaniern, und beide riefen nun
die Athener zu Hilfe, die ihnen auch dreißig Schiffe unter
Phormion schickten. Nach Phormions Ankunft nahmen sie
Argos mit Sturm und verkauften die Amprakier als Sklaven,
und seitdem wohnten Amphilochier und Akarnanier miteinander
in der Stadt. Darauf erst kam es zu dem Bündnis zwischen
den Athenern und den Akarnaniern. Jener Verkauf ihrer Lands
leute in die Sklaverei aber war der erste Grund der Feind
schaft der Amprakier gegen Argos, und später in diesem Kriege
unternahmen sie dann in Gemeinschaft mit Chaoniern und
einigen anderen barbarischen Nachbarstämmen diesen Feldzug.
Sie rückten vor Argos und brachten das platte Land in ihre
Gewalt, machten auch einen Angriff auf die Stadt, konnten
sie aber nicht nehmen. So zogen sie wieder ab, und die ver
schiedenen Stämme gingen in ihre Heimat zurück. Das waren
die Ereignisse dieses Sommers.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.