seine Übermacht, und nicht weil er sie als Freier der Helena
durch ihren TyndareoS geleisteten Eid am Bande hatte, zu
diesem Zuge vermocht. Sagen doch auch die besten Kenner der
alten peloponnesischen Geschichte, daß PelopS durch den Reich
tum, mit dem er bei seiner Ankunft aus Asien unter der ärm
lichen Bevölkerung aufgetreten, so mächtig geworden und das
Land sogar nach ihm, dem Fremdling, benannt sei, seine Nach
kommen aber ihre Macht dann noch erweitert hätten. Euryftheus
nämlich habe vor seinem Auszuge den Bruder seiner Mutter,
den damals nach der Ermordung des EhrysippoS vor seinem
Vater flüchtigen Atreus, als einen Angehörigen seines HauseS
zum Reichsverweser in Mykene bestellt. Als er dann in Attika
im Kampfe gegen die Herakliden gefallen und nicht zurück
gekehrt sei, habe sich Atreus die Herrschaft über Mpkene und
das ganze Reich des Eurystheus selbst angeeignet, und die
Mykener seien damit auch einverstanden gewesen, teils aus
Furcht vor den Herakliden, teils weil sie Atreus, der es über
dies verstanden, sich bei den Leuten beliebt zu machen, die
nötige Kraft zugetraut hätten, und so seien die Pelopiden den
Persiden über den Kopf gewachsen. So hat auch Agamemnon
als Erbe dieser Macht und dabei im Besitz einer den anderen
überlegenen Flotte die Griechen denn doch wohl mehr auS
Furcht als aus Liebe zu ihm zur Heerfolge bewogen. Denn
er tritt nicht nur selbst mit den meisten Schiffen auf, sondern
versieht damit auch die Arkadier, wie uns Homer sagt, wenn
man den überhaupt als Beweis gelten lassen will, der ihn dann
auch in der Erzählung von der Vererbung des Zepters „über
viele Inseln und ganz Argos" herrschen läßt. Inseln aber
hätte er, abgesehen von den doch wohl nur wenigen in un
mittelbarer Nähe der Küste, nicht beherrschen können, wenn er
nicht eine ansehnliche Flotte gehabt. Auch aus diesem Zuge können
wir auf die früheren Zustände in Griechenland schließen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.