haft halten, aber doch Bedenken tragen, darauf einzugehen,
weil darin ein Vertragsbruch liegen könnte, so können wir euch
versichern, daß diese Bedenken auf den Gegner erst recht Ein
druck machen werden, wenn die nötige Macht dahintersteht,
einen mächtigen Feind aber wenig rühren würden, wenn ihr
euch ohne sie lediglich darauf verlassen wolltet, uns die Tür
gewiesen zu haben. Auch handelt es sich jetzt keineswegs nur um
Kerkyra, sondern nicht minder um Athen; dem aber wäre schlecht
damit gedient, wäre man hier kurzsichtig genug, sich lange zu
besinnen, für den bevorstehenden, ja im Grunde schon auS
gebrochenen Krieg sich das Bündnis eines Landes zu sichern,
auf dessen Freundschaft oder Feindschaft so viel ankommt.
Kerkyra liegt besonders günstig für die Fahrt nach Italien
und Sizilien; es kann einer von dort kommenden Flotte den
Weg nach dem Peloponnes versperren und einer nach drüben
gehenden als Stützpunkt dienen und bietet auch sonst noch mancher
lei Vorteile. Kurzum, es kommt alles darauf hinaus, daß ihr
uns nicht im Stich lassen dürft. In Griechenland gibt eS nur
drei Flotten von Bedeutung, eure, unsere und die korinthische. /
Laßt ihr eS zur Vereinigung der beiden kommen und die Korinther
uns erst mal in den Sack stecken, so habt ihr es nachher mit
Kerkyräern und Peloponnesiern zugleich zu tun; geht ihr aber
mit uns ein Bündnis ein, so könnt ihr den Kampf durch unsere
Flotte verstärkt gegen sie aufnehmen."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.