Mauern bis an die See, sowohl der nach Phaleros als der
nach dem Peiraieus. Die Phokier sielen nach Doris ein, die
alte Heimat der Lakedämonier, Boion, Kytinion und ErineoS,
und bemächtigten sich auch einer dieser Städte. Die Lake
dämonier aber unter Nikomedes, Kleombrotos' Sohn, der für
den unmündigen König Pleistoanax, den Sohn des Pausanias,
regierte, kamen den Doriern mit fünfzehnhundert ihrer eigenen
Hopliten und zehntausend Bundesgenossen zu Hilfe. Nachdem
sie die Phokier zum Vergleich und zur Herausgabe der Stadt
gezwungen, wollten sie den Rückweg antreten. Auf dem See
wege, über den Golf von Krisa, würden die dort mit ihren
Schiffen kreuzenden Athener ihnen wahrscheinlich Hindernisse
bereitet haben. Auch den Weg durch die Geraneia hielten sie
für unsicher, da die Athener noch in Megara und Pegai
standen. Die Wege in der Geraneia waren schlecht und be
ständig von den Athenern besetzt, die, wie man soeben noch
gehört hatte, in der Tat beabsichtigten, sie dort nicht durchzu
lassen. Sie beschlossen also, einstweilen in Böotien zu bleiben
und abzuwarten, wie sie am besten wieder nach Hause kämen.
Indessen waren sie dazu unter der Hand wohl auch von einigen
Athenern veranlaßt, welche mit ihrer Hilfe die Demokratie
stürzen und den Bau der langen Mauern verhindern zu
können hofften. Gegen sie zogen nun die Athener ins Feld,
sie selbst Mann für Mann und mit ihnen tausend Argeier und
die Kontingente der übrigen Bundesgenossen, alles in allem
vierzehntausend Mann. Die Athener aber unternahmen diesen
Zug teils, weil sie glaubten, die Lakedämonier würden keines-
falls durchkommen können, teils aber auch wohl aus dem
Grunde, weil sie in ihnen eine Gefahr für die Demokratie
witterten. Der Bundespflicht gemäß hatten sich auch thessalische
Reiter bei ihnen eingefunden, die jedoch in der Schlacht zu
den Lakedämoniern übergingen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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