gebracht; und später pflanzte sich die Bewegung von hier nach der
Stadt? über. Auch gingen Einige von Samos zum Alkibiades hin- 1
über und-hatten Unterredungen mit -ihm,- und da er sich anheischig
machte, ihnen zuerst den Tissaphernes und dann den König selbst zu
Freunden zu machen >'wenn sie die Demokratie unter sich nicht länger
mehr bestehen ließen, — denn so werde der König mehr Vertrauen
gewinnen,' —- so faßten die Vornehmen große Hoffnungen, nicht nur, daß
dies-Leitung der Geschäfte ihnen zufallen würde> die jar auch die
meisten Lasten zu tragen hätten,'sondern daß sie auch ihre Feinde zu
Boden drücken könnten. Nach Samos zurückgekehrt^ veranlaßten sie eine
Verschwörung unter den ihnen befreundeten Männern und erklärten
auch vor der Menge ganz öffentlich, daß der König ihnen Freund
werden- und Hilfsgelder zahlen wolle, wenn Alkibiades zurückkehrte
und die Demokratie-ein Ende nähme. " '
Pläne in gehässigem Lichte sah;' gab sich doch zur Ruhe wegen der
verlockenden Aussicht auf den königlichen Solds die Befördernder
Oligarchie aber, nachdem sie der Menge Mittheilung gemacht; beriet
then die-Anträge des Alkibiades - nochmals unter sich und mit dem
weiteren Kreis ihrer Parteigenossen.''Allen Uebrigen nun erschienen
dieselben leicht ausführbar und zuverlässig, dem PhrynichoS aber,
ihrem Feldherrn, wollten sie keineswegs gefallen.? Er meinte vielmehr,
dem Alkibiades läge, wie dieß denn auch wirklich der Fall war,
genau so wenig an der Aristokratie, wie an der Demokratie, und er
denke überhaupt auf nichts Anderes,'als. wie er die jetzt bestehende
Ordnung des Staates umstürzen! möchte,'um. sich dann von-seinen
Genossen zurückrufen zu lassen; sie aber müßten vor Allem grade
darauf am Meisten schauen, daß keine Revolution stattfände; auch liege
eS keineswegs im Interesse des Königs, jetzt, wo die Peloponnesier
zur See sich den -Athenern gewachsen zeigten und zugleich auf seinem
Landgebiet viele Städte, und zwar nicht die unbedeutendsten, in ihrer
Gewalt hätten,' sich auf die Seite der Athener zu schlagen, denen er
mißtraue,' und sich so in eine schlechte Lage zu bringen, während eS
doch ganz bei ihm stehe, die Pcloponnesier, - von denen er nie etwas
Schlimmes befahren, sich zu Freundenzu machen. Was aber die
verbündeten Städte betreffe, denen sie oligarchische Regierungsformen
versprechen wollten, weil auch sie selbst die Demokratie aufzuheben 2 3 4
gedächten, so wisse erfrecht Wohl, daß-deßhalb weder die bereits.
Abgefallenen eher zu.'ihnen, zurücktreten,.noch auch die jetzt noch bei ihnen
aushielten, um so zuverlässigensein würden..Denn diese würden doch
wohl.nicht die Knechtschaft;ob nun unter einem oligarchischen ,. oder
einem demokratischen Staate, der Freiheit.vorziehen, .möchten sie
derselben .nun lunter der.einen oder-der andern.Negierungsförm
theilhaftig werden.i/s.Auch würden sie wohl nicht glauben, daß die
sogenannten Trefflichen und Guten ihnen weniger würden zu.schaffeir
machen, als die.Volksvartei, da jene doch nur dem Volke gegenüber die
Vermittler und Lehrmeister zu allem Schlechten abgäben/woraus'sie
selbst :-den größeren Nutzen zögen. Stünde es.bei jenen, >so würden
höchst wahrscheinlich, die .Hinrichtungen unter ihnen 'ohne- gerechten
Richterspruch und noch viel gewaltsamer stattfinden ^ während jetzt
das^Volk ihre.Zuflucht sei und jene,zur Mäßigung-zwinge. Und daß
bei den einzelnen Staaten wirklich diese Ueberzeugung herrsche, daS
wisse .er" ganz genau-, zumal.sie auch durch die.Thatsachen gewitzigt
seien?' weßhalb er sich denn auch unter?den gegenwärtigen Umständen
mit-dem Vorschlagen ^s Alkibiades durchaus nicht befreunden könne.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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