der Stadt, bedrängt von den Athenern, die alljährlich zwei Mal mit
ihrer gesammten Macht in das Gebiet einfielen, und zugleich von Pegä
aus durch ihre eigenen Flüchtlinge, welche bei einem Aufruhr durch
die Volkspartei waren ausgetrieben worden und nun durch
Plünderungszüge lästig fielen, sich unter einander beriethen, man solle die
Vertriebenen wieder aufnehmen, damit nicht die Stadt, von zwei
Seiten bedrängt, in's Verderben gerathe. Als nun die Freunde der
Flüchtlinge merkten, welcher Wind wehe, so drangen sie noch offener
darauf, als früher, daß der Vorschlag in Ausführung komme. Da
erkannten nun die Vorsteher der Volkspartei, daß unter den
gegenwärtigen Uebeln daS Volk sich mit ihnen nicht werde behaupten können,
und unterhandelten deßhalb aus Furcht mit den Feldherrn der
Athener, Hippokrates, dem Sohne des Ariphron, und Demosthenes, des
Alkiphron Sohn, in der Absicht, ihnen die Stadt zu übergeben; denn
sie meinten, dabei sei für sie eine geringere Gefahr, als wenn die von
ihnen Ausgetriebenen zurückkehrten. Es wurde nun ausgemacht, daß
die Athener zuerst die langen Mauern besetzen sollten, die sich in einer 1
Länge von ungefähr acht Stadien^) von der Stadt bis zu ihrem
Hafen Nisäa erstreckten, damit nicht die Peloponnesier, welche in
Nisäa allein die Besatzung bildeten, um der Megarer versichert zu sein,
von dort zu Hülfe kommen könnten; dann wollten sie auch die Stadt
selbst ihnen in die Hände zu spielen versuchen; denn wenn jenes
vorangegangen, stand eher zu erwarten, daß die in der Stadt sich fügen
würden.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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