schloßen Lakedämonier und Athener einen Waffenstillstand auf ein
ganzes Jahr; die Athener, weil sie dachten, Brasidas könne ihnen so
weiter keine Städte mehr zum Abfall bewegen, bis sie sich in
Ruhe gerüstet hätten; und wenn sie sich so in eine günstige Lage
versetzt, würden sie auch weitere Friedensvereinbarungen treffen
können; die Lakedämonier aber dachten sich, daß die Athener eben
dergleichen Befürchtungen hegten, wie sie deren wirklich hatten, und wenn
sie erst von Knegsübeln und Mühseligkeiten einige Ausrast verschmeckt
hätten, würden sie sich noch mehr nach Frieden sehnen und unter
Auslieferung ihrer Leute auch aus längere Zeit einen Vertrag schließen.
Sie wünschten nämlich dringender ihre Leute zurückzuerhalten,
während Brasidas noch in glücklichem Fortschreiten begriffen war, denn
hätte er erst noch Größeres erreicht und den Athenern gegenüber
wieder ein vollständiges Gleichgewicht hergestellt, so würden sie gewiß
jener Leute verlustig gehen, und dann sei bei weiterem gefahrvollem
Kampf mit beiderseits gleicher Macht der Sieg doch noch ungewiß.
Es wurde also zwischen den beiden Parteien und ihren
Bundesgenossen folgender Waffenstillstand abgeschlossen:
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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