Thucydides History of the Peloponnesian War 3.2

Adolf Wahrmund (Translator)

History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.

Sponsored by University of Leipzig.

Funding provided by European Social Fund Saxony.

Current edition First1KGreek

Geschichte des Peloponnesischen Kriegs (German) (Thucydides. Geschichte des Peloponnesischen Kriegs. Wahrmund, Adolf, translator. Stuttgart: Krais and Hoffmann, 1864.)

Editions (1)
Ἱστορίαι Perseus (Thucydides. Historiae, Vol 1-2. Jones, Henry Stuart, editor. Oxford: Oxford University Press, 1910. (1942 printing).) — 3.2.1 focus
Translations (10)
The History of the Grecian War Perseus (Thucydides. The English works of Thomas Hobbes of Malmesbury. Hobbes, Thomas. translator. London: John Bohn, 1843.) — 3.2.1 focus
History of the Peloponnesian War Perseus (Thucydides. History of the Peloponnesian War. Crawley, Richard, translator. London and Toronto: J. M. Dent and Sons Ltd.; New York: E. P. Dutton and Co., 1914.) — 3.2.1 focus
Geschichte des Peloponnesischen Kriegs First1KGreek (Thucydides. Geschichte des Peloponnesischen Kriegs. Braun, Theodor, translator. Leipzig: Insel-Verlag, 1917.) — 3.2 focus
Histoire de la Guerre du Péloponèse First1KGreek (Thucydides. Histoire de la Guerre du Péloponnése, Vol. 1-2. Zévort, Marie Charles, translator. Paris: Charpentier, 1852.) — 3.2 focus
Histoire de la Guerre du Péloponnése First1KGreek (Thucydides. Histoire de la Guerre du Péloponnése. Bétant, Élie-Ami, translator. Paris: Librairie de L. Hachette, 1863.) — 3.2 focus
History of the Peloponnesian War First1KGreek (Thucydides, Vol. 1-4. Smith, Charles Foster, translator. London and Cambridge, MA: Heinemann and Harvard University Press, 1919-1923.) — 3.2.1 focus
History of the Peloponnesian War First1KGreek (Thucydides. The history of the Peloponnesian War, Volume 1-2. Dale, Henry, translator. London: Heinemann and Henry G. Bohn, 1851-1852.) — 3.2.1 focus
Historia Belli Peloponnesiaci First1KGreek (Historia Belli Peloponnesiaci. Haase, Friedrich, translator. Paris: Firmin Didot, 1869.) — 3.2.1 focus
Vier Staatsreden aus Thucydides First1KGreek (Thucydides. Vier Staatsreden aus Thucydides. Gürsching, Heinrich, translator. Augsburg: Wirth, 1856.) — 2.35.1 focus
La storia di Tucidide First1KGreek (Thucydides. Della storia di Tucidide volgarizzata libri otto. Anonymous translator. Florence: Tipografia Galileiana, 1835.) — 3.2 focus

Notes on the current edition

History of the Peloponnesian War

1. 1) Die Insel Lesbos, nach Strabo XIII, 616. 1100 Stadien, d. i. 27
bis 2S Meilen im Umfang, wurde nach Herodot, Leben Homer's SS. 130
Jahre nach dem Trojanischen Kriege mit Kolonisten besetzt, während sie früher
keine Städte gehabt haben soll. GrayS, des Penthylos Sohn, Nachkomme
Orest's, soll peloponnesische Achaier, gemischt mit andern Aeoliern aus Böotien
und Thessalien dahin geführt haben. Die äolischen Kolonien an der Küste
Kleinasiens, und selbst Kyme, welches seinen vortrefflichen Hasen erst spät benutzte,
wurden durch Lesbos verdunkelt. Ueppige Luft, höchst fruchtbarer Boden und
herrliche Weinpflanzungen zeichneten es auS, daher es bei den Alten das seelige,
liebreizende genannt wird (Plin. Naturgesetz. S, 39). Hier wurden
Wcttkämpfe der Weiberschönheit zu Ehren der Hera abgehalten, wie auch aus Tenedos
und an den Ufern des AlpheioS in Arkadien. Trunk und Wollust waren vor-
2. ThukydideS. lll.
3. 13
4. 428 v. Chr.
5. herrshcende Laster; daneben aber herrschte große geistige Rührigkeit, wie denn die
Insel von den frühesten bis in die späteren Zeiten viel Ausgezeichnetes auf dem
Gebiet des Geistes hervorgebracht hat: Pittakos, einen der sieben Weisen, dann
Alkäos, den Dichter und gleichzeitig Sappho, „eine wunderbare Erscheinung;
denn in dem so großen Zeiträume menschlichen Denkens ist meines Wissens keine
Frau aufgetreten, die in der Dichtkunst mit jener auch nur entsernt zu vergleichen
wäre," (Strabo XIII, 617); — den Redner Diophanes; die Sänger Arion
aus Methymne und Terpander, der sich zuerst der siebensaitigen Leier bediente
anstatt der viersaitigen, daher von ihm die Verse:
Wir jedoch wollen dir jetzt, viertönigem Liede entsagend.
Neue Gesäng' anstimmen zu siebensaitiger Leier; —
die Peripatetiker Phanias und Theophrast, aus Eresos, von dem es heißt,
daß Aristoteles zwar alle seine Schüler beredt gemacht habe, zum beredtesten aber
Theophrast, den Eresier. Auch die Geschichtschreiber Hellanikos und
Theophanes, Freund Pompejus d. Gr., und Kallias, Erklärer des Alkäos und der
Sappho, waren Lesbier.
6. Die Insel hatte fünf größere Städte: Mytilene, Antissa, Pyrrha,
Eresos und Methymna. — Mytilene, die größte Stadt, war anfangs auf
einer kleinen Insel dicht vor der größeren, dann aus dieser selbst erbaut. Die
schmale Meerenge zwischen beiden (jetzt ist auch die kleinere Insel mit Lesbos
verbunden) wurde zu zwei Häfen benützt: der südliche, verschlossene, faßte 50
Dreiruderer, der nördliche war größer und tiefer und durch einen Damm geschützt.
Die Stadt war, wie Strabo sagt, mit Allem wohl versehen. Nächst ihr war
die Hafenstadt Methymna die bedeutendste, und während Antissa, Pyrrha und
Eresos von Mytilene in Abhängigkeit gerathen zu sein scheinen, bewahrte dieß
seine Selbständigkeit, daher Eifersucht zwischen beiden. Aus älterer Zeit wird von
Parteikämpsen erzählt, in deren Folge Zwingherrn in Mytilene austraten,
Myrsilos, Melanchros, die Kleanaktiden. Die sogenannten Aufruhrlieder
des Alkäos waren gegen diese gerichtet. Nun trat Pittakos als
Aesymnet aus. So, d. h. Ausgleicher, nannte man Männer, welchen in Folge
der Achtung, die sie bei allen Parteien genossen, die unumshcränkte Gewalt auf
unbestimmte Zeit anvertraut wurde, um den Parteikamps zu schlichten und
Ordnung wieder herzustellen. (Vergleiche besonders Plutarch, Solon, Kap. 14).
Pittakos führte seine Ausgabe durch und legte dann das Regiment nieder. —
Seit Dareios Hystaspis war Lesbos den Persern unterthänig. Es betheiligte sich
dann am Aufstand des Aristagoras, allein Krieger waren die Lesbier nicht,
sie verloren den Muth und ließen sich wie die Samier gewinnen, während der
Schlacht zu den Persern überzugehen. Nun folgte wieder Tyrannis unter
perfischer Oberhoheit, dann die Besreiung durch die Schlacht von Mykale. In Folge
7. 428 v. Chr.