entfernten sie sich, um ihn in der Stadt verhaften zu lassen; denn sie
hatten jetzt eine sichere Ueberzeugung gewonnen. Da er nun auf der
Straße ergriffen werden sollte, so merkte er, wie erzählt wird, an der
Miene eines Ephoren, der auf ihn zuging, was dieser im Schilde 1
führe, und da auch ein Anderer ihm aus Freundschaft versteckter Weise
einen Wink gab, so lief er schnell zum Tempel der Athene
Chalkioikos und erreichte denselben noch rechtzeitig, denn dieser heilige Grund
befand sich ganz in der Nähe. Dort trat er, um nicht dem Wetter
ausgesetzt zu sein, in ein kleines Gebäude, welches zum Tempel
gehörte, und verhielt sich daselbst ruhig. Jene kamen zu spät, um ihn
noch ergreifen zu können, und ließen das Dach und die Thüren
wegnehmen und hielten ihn scharf bewacht. Als sie abgepaßt hatten, daß
er in's Innere des Tempels getreten war, ließen sie ihn einmauern
und hielten ihn umlagert, bis er ausgehungert war, und als er in
dem Gebäude eben den Geist aufgeben wollte, bemerkten sie es und
brachten ihn noch lebend heraus, kaum außen aber verschied er aus
der Stelle. Sie wollten ihn zuerst in die Käadische Schlucht werfen,
wie die andern Verbrecher, dann aber besannen sie sich anders und
gruben ihn in der Nähe ein. Später jedoch befahl den
Spartanern der delphische Gott, sein Grab an die Stelle zu versetzen, wo er
gestorben sei, — und noch jetzt ruht er in dem Tempelhof, wie eine
Schrift auf den Säulen anzeigt, — und da sie durch ihr Verfahren
einen Frevel begangen hätten, so sollten sie der Chalkioikos statt
eines Körpers zwei andere zur Sühne darbringen. Die
Lakedämonier ließen nun zwei eherne Bildsäulen verfertigen und stellten sie
gleichsam anstatt des Paufanias als Weihgeschenke auf.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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