So lange nun das Heer bei Eleusis und in der thriasischen
Ebene stand, hatten die Athener noch einige Hoffnung, daß der Feind
nicht wagen würde, weiter vorzugehen; denn sie erinnerten sich, daß
auch der lakedämonische König Pleistoanax, des Pausanias Sohn,
als er vierzehn Jahre vor diesem Krieg mit einem peloponnesischen
Heere in Attika einfiel, bis nach Eleusis und Thria vordrang, dann
aber wieder zurückzog, ohne weiter vorzugehen, weshalb er auch aus
Sparta verbannt wurde, da er im Verdacht stand, durch Gold
bestochen den Nuckzug augetreten zu haben. Als aber die Athener das
Heer bei Acharnä, 60 Stadien vor ihrer Stadt, sahen, so glaubten sie
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nicht länger mehr an sich halten zu dürfen, sondern, da das Land —
wie natürlich — vor ihren Augen verwüstet wurde, was die Jüngeren
noch gar nicht gesehen hatten, und auch die Aelteren nur im Perserkriege,
so schien ihnen das schrecklich, und auch die Andern nicht weniger,
vorzüglich aber die Jüngeren, nieinten, man müsse dem Feind entgegen-
rücken und nicht länger mehr zusehen. Nun ließen sich aber verschiedene
Ansichten hören, und es entstand ein Streit, da die Einen einen Ans-
fall verlangten, die Andern aber davon zurückhielten. Die Wahrsager
ließen Sprüche allerlei Art hören, die sich ein Jeder auslegte, wie
grade seine Wünsche ihn antrieben. Die Acharner aber, die sich nicht
der kleinste Theil von Athen zu sein dünkten, drangen , da sie ihr Land
verwüsten sahen, am meisten auf einen Ausfall, und so war die Stadt
in allgemeiner Aufregung, zürnte auf den Perikles und vergaß ganz
und gar, was er früher angerathen hatte. Sie schalten ihn, daß er als
Feldherr dem Feinde nicht entgegen gehe, und erklärten ihn für die
Ursache aller Uebel, die sie betroffen.