Des folgenden Tags kam Nikostratos, des Diitrephes Sohn,
der Athener Feldherr, von Naupaktos aus zu Hülse mit zwölf
Schiffen und fünfhundert meffenifchen Schwerbewaffneten. Dieser suchte
einen Vergleich zwischen ihnen zu Stande zu bringen und überredete
sie, sich unter einander dahin zu einigen, daß sie die zehn schuldigsten
Männer, die ohnedieß schon geflüchtet waren, verurtheilen, sonst aber
sich unter einander verpflichten wollten, jeden andern ruhig da wohnen
zu lassen, und gegen die Athener Feind und Freund mit ihnen
gemeinsam zu haben. Da er dieß nun zu Wege gebracht hatte, so wollte
er wiederum absegeln; aber die Vorsteher des Volkes beredeten ihn,
von seinen eigenen Schiffen ihnen fünf da zu lassen, damit sich die
Gegner um so weniger rühren möchten; sie wollten ihm dafür eben so
viel von ihren eigenen bemannen und mitgeben. Als er nun seine
Einwilligung gab, so wählten sie die Bemannung der Schiffe auS
ihren Gegnern. Diese fürchteten jedoch, sie möchten nach Athen
geschickt werden, und setzten sich als Schutzflehende in den Tempel der
Dioskuren. Nikostratos hieß sie aufstehen und gutes Muthes sein, da
sie sich aber nicht zureden ließen, so griff das Volk zu den Waffen mit
dem Vorwand, daß sie nichts Gutes im Sinne haben könnten, wenn
sie sich so mißtrauisch weigerten, mitzusegeln. Sie nahmen ihnen ihre
eigenen Waffen aus den Hänsern weg, und würden auch Einige von
ihnen, die ihnen grade unterkamen, getödtet haben, hätte nicht Niko-
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stratos dem gewehrt. Da nun me Uebrigen sahen, was geschah, so
nahmen sie ihre Zuflucht zum Tempel der Hera als Schutzflehende,
und eS waren deren nicht weniger als vierhundert. Das Volk fürchtete
aber, sie möchten irgend ein Unheil anrichten, brachte sie durch
glückliches Zureden aus dem Tempel und schaffte sie auf die Insel, welche
vor dem Heratempel liegt, wohin ihnen auch alles Nöthige geschickt
wurde.