Vierzehn Jahre hatte der nach Euböa's Eroberung abge- «45
schlossene dreißigjährige Friede zu Kraft bestanden, im fünfzehnten^
Jahre aber, — .im achtundvierzigsten der Priesterschaft der Chrysis 43l
in Argos, da Aenesias das Ephorat in Sparta führte^), und der Chr.
Archont Pythodoros in Athen noch zwei Monate Amtszeit übrig
hatte, nach der Schlacht bei Potidäa im sechsten Monat, — zu
Frühlings Anfang geschah es, daß drei Hundert und etliche^)
Thebanische Männer unter Führung der Böotarchen Pythangelos, des
Sohnes des Phylidas, und Tiömporos, des Onetoridas Sohn, zur Zeit
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des ersten Nachtschlafs bewaffnet in die Böotische Stadt Platäa
eindrangen, welche den Athenern verbündet war. Platäensische Bürger,
Nauklides nämlich und sein Anhang, hatten sie herbeigerufen und ihnen
die Thore geöffnet in der Absicht, die feindlich Gesinnten unter ihren
Mitbürgern zu verderben und die Stadt den Thebanern zuzuwenden;
denn auf diese Weise dachten sie selbst zur Herrschaft zu gelangen. Durch
Eurymachos, des Leontiades Sohn, der unter den Thebanern ein sehr
mächtiger Mann war, hatten sie die Sache in's Werk gesetzt. Denn
die Thebaner sahen wohl den unvermeidlichen Krieg voraus und woll»
ten sich der Stadt Platäa, die sich ihnen immer feindlich gezeigt hatte^),
lieber noch zur Friedenszeit und noch ehe der Krieg entschieden aus-
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bräche, im Voraus verischern, und da Wachen nicht ausgestellt waren,
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kamen sie auch um so leichter hinein. Sie faßten aus dem Marktplatz
Posto, gaben aber denen nicht nach, welche sie herbeigerufen hatten und
nun verlangten, man solle sich gleich an? Werk machen und die Feinde
in ihren Häusern überfallen, sondern beschlossen, durch den Herold
zweckmäßige Aufforderungen ergehen zu lassen und die Stadt lieber auf
freundschaftlichem Weg durch Vergleich zu gewinnen. Es verkündigte
nun der Herold, wer nach väterlicher Weise aller Böotier an ihrem
Bund Theil haben wolle, der möge bewaffnet zu ihnen treten. Auf
diese Weise, glaubten sie, werde die Stadt leichter zu ihnen übergehen.